Geschichte(n) zur Schweizer Velo-Branche

Geschichte(n) zur Schweizer Velo-Branche 2019-08-25T09:46:17+00:00
Van Leisen Genf war wohl der erste Velohersteller in CH noch vor Gebr Scheffer in Courfaivre. 1875 baute er in seiner Schlosserei  ein Dampfdreirad mit 2 Plätzen, welches später nach Paris verkauft wurde und in Paris im Verkehr stand. Ab 1881 bestellte er in England Hochräder und baute diese verbessert in seiner Werkstatt nach. Dasselbe geschah mit Niederräder. Beim Aufkommen der Velos als Gebrauchsgegenstand konfektionierte er Velos unter der Marke L’Ideale Van Leisen Geneve. Markenschild ist im Internet unter Van Leisen auffindbar. Van Leisen war in CH während Jahrzehnten ein bedeutender Generalimporteur von Engl. Motorräder. Die Firma wurde 1992 aufgelöst.

Marke Hyspa Bern von Freivogel u Marti .

In den 1930er Krisenjahren fanden die Bundesbehörden es notwendig Massnahmen gegen die Alkoholsucht und das Herumlungern der vielen Unterbeschàftigten zu unternehmen. Neben Arbeitsprogrammen u Vorschriften führte man in Bern die längere  Schweiz. Ausstellung Hyspa Hygiene und Sportausstellung durch. Praktisch alle Turn- u Sportverbände demonstrierten sich Tage lang auf der Allmend. Diese Ausstellung war die Namensgebung für die Marke des Berner Grossisten u Velokonfektionärs.
F+M redigierte und führte nach dem Krieg lange Zeit den 2sprachigen Collectif Katalog für die SFMG- Händler (Schw. Fahrrad und Motorrad-Gewerbe). Angeschlossenwaren am Collektiv fast alle Branchengrossisten (anfangs ca. 50 an der Zahl) Ausser die größten Produzenten mit eigenem Rahmenbau und die paar schwarzen Grossisten welche die Feierabendhändler  und Warenhäuser belieferte nicht.  Bis ca 1965 war Feierabendhändler (benannt nach den Öffnungszeiten) ein Nebenerwerb zur finanzellen  Besserstellung. Im Collectif waren alle Velobestandteile mit Photo Bestell Nr Verkaufspreis und versteckt in der Bestell Nr der Ankaufspreis aufgeführt.

Um 2 Branchenkonkurenten in der gleichen Ortschaft beliefern zu können hatte Paul Fries Rico Fahrradwerke Wallisellen noch die Fa Zucker Phillip an der Bäckerstrasse Zürich zum Vertrieb der Helvetia Fahrräder. Nicht zu verwechseln mit Helvetic Velos von  der Sport AG Biel später Velectra AG. Diese stellte die Phoebus Velobeleuchtung , Sport-Felgenbremsen ,Mutaped  Tretlagergetriebe und Biennophone Radios (und kurzer Versuch mit  TV) her . Die Rahmen wurden von Zesar Nidau bezogen im Austausch gegen Beleuchtung und Felgenbremsen für für die Zesar-Velos . Zesar stellt heute im Berner Jura Stahl-Schulpulte her . Mutaped -Getriebe war zu schwer um auf dem Markt zu bestehen .

Das Emailierwerk  Horlacher Solothurn  fertigte mit eingekauften , aber selbst gespritzten Rahmen die Vampire Velos ( erster Düsenjet der CH Luftwaffe). Nach dem Krieg wurden viele Velos durch emailieren aufgefrischt und mit neuer Pneumatik und Kette bestückt. Ein neues Velo kostete ein Arbeiter-Monatslohn von ca 350 Fr. War ein häufiges Tàtigkeitsfeld der 2-Radmechaniker und von Horlacher. Dieser kaufte spàter die Aarios  Fabrik in Aarau. Späterer Besitzer baute in Gretzenbach SO ein neues Gebäude. Nachdem  die Hoflieferanten des Bundes Condor u Cosmos eingegangen wären kam Ramel noch kurz zur Lieferung an die Post als letzter Stahlrahmenbauer bevor die Piaggio 45km/h Mopeds eingeführt wurden.

Das Hermes Werk Bernasconi Chiasso baute die Rahmen selbst für ihre Velos HEWE. Bekannt für ihre ganz geschlossenen Ketten Kästen aus Stahlblech in Rahmenfarbe gespritzt anstatt Aluminium roh. In den 1950er Jahren hatte HEWE immer einen Stand an der MUBA zur Händlerpflege diesseits des Gotthards. Da in der Tessiner Ortschaft nicht 3 Händler die Marke HEWE führen wollten kreierte man die Nebenmarken Giro del Ticino und Monte Bre. Sieber Räumen baute man im TI auch für Technische Bedarfs AG Tebac. Farroppa war im TI ein Konfektionär.
Beeler Fahrradrahmenfabrik Kriens Hubertus: Velos Luzern: Springender weisser Hirsch als Markenschilds.

Den Brand Tigra z.B. verkaufte der waadländer Gründer an die Masch.Fabr. Gränichen, welche diese nebst Standart führte. Weiter ging der Brand an Gretener Cham/ Sursee. Von  dort an Villiger Buttisholz (früher Kalt Resalb) und schlussendlich an USA Trek Niederlassung CH . Tigra ist wohl inaktiv  im Eidg. Markenregister käuflich abgelegt wie viele Marken wie z.B. Swissair.

Der Velogrossist Bregger u Co in der Wengistadt Solothurn (Niklaus Wengi Stadtamann in Solothurn vermittelte in den Reformationswirren in der Stadt) konfektionierte die Wengi- Velos mit zugekauften Rahmen. 
Nur ca 10% aller CH Velomarken stellten die Rahmen selbst her. Eigenheit CH Velos ist der mit +GF+ Muffen (Georg Fischer Schaffhausen) hartgelötete Rahmen. Im Ausland wurden Rahmenrohre ohne Muffen verschweißt, was umfangreiche Fabrikationsvorrichtungen bedingte, kostenbedingt grosse Serienstückzahlen. Gemuffte Rahmen wurden vor dem Hartlöten einfach zusammengesteckt.
Die Marke Eiger wurde  zuletzt von der Via Handels Bern konfektioniert bis zur Firmenliquidation.
Tigra Velos wurden in VD von einem früheren Kadermann der Jan SA (Cilo) konfektioniert. Aus Erfahrung bei Cilo gründete er beim Start eine sehr erfolgreiche Profirennmannschaft, was für den Verkaufserfolg beitrug.